Tiere und Pflanzen des Jahres

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Blume des Jahres 2021: Großer Wiesenknopf

 

Eine für die Artenvielfalt und Naturschutz bedeutende Art ist die Blume des Jahres 2o21, der Große

Wiesenknopf, vorgeschlagen von der Loki Schmid Stiftung. Die Wiesenblume gehört zur Familie der

Rosengewächse, die typischen dunkelroten hohen Blütenstände finden wir auf wechselfeuchten bis feuchten Wiesen, reiche Vorkommen bestehen im Hinterland der Ehmetsklinge. Blütezeit von Mitte Juni bis Mitte September. Der große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) wird von Insekten bestäubt, im Gegensatz dazu wird der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) durch Wind bestäubt und die Blüte sieht ganz anders aus! Der Große Wiesenknopf wurde im Altertum als blutstillendes Mittel eingesetzt, auch heute noch volkstümlich zur Wundheilung und Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Bekannter ist der kleine Verwandte als Würzpflanze in der Küche „Pimpinelle“.

 

Zwei kleine Schmetterlinge, der Helle und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (FFH Arten) sind in ihrem Lebenszyklus eng an die Blume gebunden. Die Eier werden in die Blütenköpfe abgelegt, die

Raupen fressen von der Blüte und begeben sich dann auf den Boden. Hier brauchen sie eine von zwei Arten Wiesenameisen, die vom Geruch dazu verlockt werden, die Raupen in ihren Bau zu schleppen,

wo diese den Winter ungestört verbringen, sich sogar von Ameisenbrut ernähren und nach der Verpuppung im nächsten Jahr schleunigst den Ameisenbau als frisch geschlüpfte Schmetterlinge verlassen! Danach beginnt der Zyklus von vorne. Eine gefährliche Abhängigkeit, die in Schutzprogrammen auch bei uns durch entsprechende Wiesenmahd früh und spät unterstützt wird.

 

Besonders der Helle Ameisenbläuling ist sehr gefährdet im Bestand. Der Dunkle ist noch um Zaberfeld zu finden, für den Bestand setzen wir uns seit Jahren ein.

 

Hier unten Bilder davon                                                                                               Bild vergrößern = Bild einmal anklicken

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Staudenpflanze des Jahres 2021: die Schafgarbe

 

Als Fortsetzung unserer Naturkundeserie stellen wir die Staude des Jahres 2021 vor: die Schafgarbe.

Vorgeschlagen vom BdS (Bund deutscher Staudengärtner), die Organisation meint aber vor allem die

In Gärten beliebten vielfarbigen Staudensorten. Wir denken dabei an die in trockenen Wiesen noch

weitverbreitete Gemeine Schafgarbe aus der Familie der Korbblütler mit weissen Zungen-und Röhrenblüten, selten findet man Blüten mit rosa Zungenblüten. Der deutsche Name lässt sich über Umwege herleiten: Schafe fressen von der Pflanze bevorzugt die Blätter und lassen die Stängel mit den Blütenständen übrig. Diese bleiben nach der Beweidung als auffällige Gebilde auf der Fläche stehen und erinnern an die Garben, die früher auf den abgeernteten Feldern standen. Der lateinische Name Achillea millefolium geht auf Achilles, den griechischen Helden zurück, der die Pflanze alsHeilmittel bei Wunden verwendete. Millefolium (Tausendblatt) deutet auf die fein zerteilte Blattspreite hin. Die Art bildet mehrere Unterarten, die botanisch noch Probleme bereiten. Leicht zu erkennen ist aber die auch bei uns in feuchten Flächen vorkommende Sumpfschafgarbe Achilleaptarmica mit lanzettlichen ungeteilten Blättern und größeren Strahlenblüten. In der Volksheilkunde wird die Schafgarbe schon lange als aromatisches Bittermittel für Magen, Darm, Galle, Leber und Nieren ähnlich wie Kamille verwendet.

 

Eine für die Artenvielfalt und Naturschutz bedeutende Art ist die Blume des Jahres 2o21, der Große

Wiesenknopf, vorgeschlagen von der Loki Schmid Stiftung, die Art werden wir in der nächsten Folge vorstellen.

 

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Insekt des Jahres 2021: Die Dänische Eintagsfliege

 

Als kleinen Ersatz für naturkundliche Exkursionen stellen wir Tiere und Pflanzen des Jahres vor, die in unserer Region noch vorkommen. Diese Woche die Dänische Eintagsfliege, auch große Eintagsfliege genannt. "Ephemera danica" heißt so, weil sie zuerst von dänischen Wissenschaftlern beschrieben wurde. Diese Art ist aber weit verbreitet und nicht gefährdet. Wie das Insekt des Jahres 2020, der Ölkäfer, hat diese Art einen äußerst komplizierten Lebenszyklus! Eintagsfliegen leben viel länger als ihr Name vermuten lässt, allerdings die meiste Zeit (mindestens zwei Jahre) unter Wasser als Larve. Die Larve ist ca. drei Zentimeter lang mit drei Schwanzfäden wie die fertige Fliege mit einer Spannweite von über vier Zentimeter. Die Entwicklung ist Rekord unter den Insekten: Dreißig Häutungen als Larve! Nach der letzten Häutung kann das Insekt zwar fliegen, aber Mundwerkzeuge und Darm fehlen, nur die Fortpflanzung ist noch möglich! Ab Mai bis September finden wir die Eintagsfliege am Ufer von Bächen, Flüssen und stehenden sauberen Gewässern mit sandigem oder kiesigem Boden. Nach zwei bis vier Tagen Flugzeit legt das Weibchen tausende von Eiern an der Wasseroberfläche ab, die zu Boden sinken. Die Larven entwickeln Kiemen und buddeln sich Röhren im Untergrund. Die Unmengen Larven sind wichtige Nahrung für Fische und andere Kleintiere im Wasser. Dieses Nahrungsangebot gibt es seit über 300 Millionen Jahren, sogar schon vor dem Auftauchen der Dinosaurier!

Ein lebendes Fossil!

Die Dänische Eintagsfliege

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Die Zanuneidechse und im Anschluß auf dieser Seite das Rothkehlchen

                                                                              

Die Zauneidechse

 

Als kleinen Ersatz für naturkundliche Exkursionen stellen wir Tiere und Pflanzen des Jahres vor, 

die in unserer Region noch vorkommen. Diese Woche die "Zauneidechse Lacerta agilis".

 

Die Zauneidechse ist in BW die am weitesten verbreitete Eidechse, kräftiger und gedrungener als die Mauereidechse, Länge bis 22cm. Der Schwanz ist recht kurz, auffallend sind die an Kopf und Flanke leuchtend grün gefärbten Männchen! Die Färbung variiert sehr stark, dunkle Flecken mit hellen Augenpunkten bilden ein fast geometrisches Muster. Die Weibchen sind braun gefärbt, die Unterseite cremefarben oder gelb, nicht grün wie beim Männchen. Zauneidechsen finden wir als Kulturfolger auf offenen und gut besonnten Freiflächen, Ödflächen, Waldrändern, Trockenrasen und oft an Bahntrassen, weniger an Weinbergmauern oder Steinbrüchen. Die stillgelegte Bahntrasse nach Leonbronn wurde erst kürzlich als Biotop für Eidechsen freigelegt! Auch in naturnahen Gärten mit Versteckmöglichkeiten finden wir die Art, nicht aber in Schottergärten. Von Ende März bis Anfang September sind die Tiere aktiv. Als Nahrung dienen Käfer, Heuschrecken, Fliegen, Spinnen und Würmer. Die lebenserwartung beträgt maximal sieben Jahre. Im Juni graben die Weibchen eine Grube an sandigen oder bodenlockeren Stellen. Bis zu 14 Eier entwickeln sich je nach Wetter in vier bis zehn Wochen, bis zum Schlüpfen der Jungen. Der Bestand der Zauneidechse ist trotz der Verbreitung in ganz BW rückläufig, zumal die Lebensräume oft dezimiert werden und die Tiere zahlreiche Feinde haben, z.B. andere Reptilien wie Schlingnatter, Greifvögel wie Turmfalke, Rabenvögel und Katzen in den Gärten. Eidechsen sind sehr ortstreu und deshalb schwierig umzusiedeln!  Ausführliche Angaben findet man im Internet unter Stichwort „DGHT Zauneidechse Broschüre“.

                                                                                                                              Hier ein paar Bilder 

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Diese Woche der Vogel des Jahres

                                                                                                         Das "Rotkehlchen"

 

Dieser zierliche Vogel mit der roten Brust ist ein echter Sympathieträger, zudem einer unserer häufigsten Singvögel mit über drei Millionen Brutpaaren in Deutschland. In einem naturnahen Garten mit dichten Gehölzen und Versteckmöglichkeiten ist dieser Sänger das ganze Jahr zu beobachten, in kalten Wintern bekommen wir oft Besuch aus nördlichen Regionen (Teilzieher) und können die Vögel am Futterplatz beobachten. Anstelle von Insekten, kleinen Würmern, Schnecken und Spinnen fressen sie gerne Weichfutter am Boden.

 

Die Populationen können nach langen Frostperioden bis zu 80 Prozent einbrechen, aber in zwei bis drei Bruten mit fünf bis sieben Jungen kann der Verlust ausgeglichen werden. Rotkehlchen sind von 

Natur aus neugierig, zeigen wenig Scheu, in manchen Parks lassen sie sich sogar füttern!

 

Der Gesang besteht aus einer perlenden Tonreihe von etwas wehmütigen Klang, dazwischen aber auch scharfe, fast zischende Laute, Rotkehlchen gehören zu den Frühaufstehern und man hört sie schon vor  Sonnenaufgang und auch noch spät abends. Die Nester bauen sie im April bis Juli nahe am Boden in dichter Vegetation, napfförmig ausgepolstert mit Moos, Blättern und Federn. Das Weibchen brütet gut zwei Wochen und wird in dieser Zeit vom Männchen gefüttert. Die Jungen bleiben als Nesthocker weitere zwei Wochen im Nest, danach fliegen sie bettelnd ihren Eltern hinterher. In dieser Zeit haben sie viele Feinde: Marder, Wiesel, Katzen, Eichhörnchen, Elstern, Sperber und andere Falken. Negativ auswirkend ist auch oft das Wetter, zudem Pestizide und Insektizide. Was können wir für den Vogel des Jahres tun? Verzichten wir auf sterile Steingärten und zu viel „aufgeräumte“ Gartenbeete. Dann können wir uns alle an diesem wunderbaren kleinen Vogel erfreuen!