Unterschlupf für Blindschleiche und Eidechse

 

Zaberfeld Spitzenberg: Trockenmauern am Spitzenberg:

Arbeitseinsatz von Mitgliedern des Naturschutzvereins

 

Arbeit mit schönster Aussicht: Steine werden zerkleinert und damit der Zwischenraum zwischen neuer Mauer und Erdreich gefüllt. Im Lauf der vergangenen Jahre haben die aktiven Vereinsmitglieder mehrere Weinbergmauern erneuert.  Das steile Grundstück, flankiert von Weinbergen und mitten im Naturschutzgebiet Spitzenberg-Michelbachsee-Baiershälde gelegen, hat der Verein 1988 gepachtet. Ein Jahr später begann der Verein damit, die erste der eingestürzten Stützmauern am unteren Weg neu aufzurichten. Nach und nach wurden fünf eingestürzte oder einsturzgefährdete Terrassenmauern in mühevoller, schweißtreibender Handarbeit repariert. Eine wurde komplett neu erbaut. Als Material  dienen häufig die alten Steine. Wenn sie allerdings verwittert sind und „fast in der Hand  zerbrechen“, können sie nicht mehr verwendet werden. Dann kauft der Verein  auch mal neue. Oder er versucht beim Abriß alter Scheunen und Häuser an Baumaterial  zu kommen. Neben dem Erhalt des landschaftsprägenden Erscheinungsbildes ist Biotopvernetzung ein wichtiger Aspekt des Mauerbaus. Von der Talsohle bis zum Waldrand soll ein durchgängiger  Korridor geschaffen werden, der es Schlingnatter und Mauereidechse, Feuersalamander und  Blindschleiche ermöglicht, in frostfreien Bereichen zu überwintern. Durch die Ritzen kriechen sie  in die Mauer. "Steine sind 'Wärmespeicher". "Sie reflektieren Wärme, strahlen nachts Wärme aus." Zusätzlich aufgeschichtete Steinriegel bieten den Tieren weiteren Unterschlupf.

 

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Die Trockenmauer

 

Der Bau von Trockenmauern ist eine uralte Tradition, die zu unserem Landschaftsbild gehört und das Erscheinungsbild eines Weinbergs prägt. Durch den Erhalt und den Neu- und Wiederaufbau von Trockenmauern tragen wir dazu bei, ein Stück Kulturgut zu erhalten und einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen Lebensraum zu bieten.

 

Was ist eine Trockenmauer ?

Bei einer Trockenmauer handelt es sich um ein Mauerwerk, bei dem die verwendeten Mauersteine ohne Bindemittel (wie z.B. Mörtel) lose (= trocken) aufeinander gesetzt werden.

 

Wie wird eine Trockenmauer aufgebaut?

 

Grundsätzlich gilt:

Je höher eine Trockenmauer aufgebaut wird, desto grösser müssen das Fundament und die Hintermauerung dimensioniert werden.
Bei einer Mauerhöhe von 1,50 m gilt:
    - Fundamenthöhe mindestens 0,40 m
    - Tiefe der Hintermauerung mindestens 1/3 der Mauerhöhe
      (also 0,50 m für die Hintermauerung )

 

Als Fundamentmaterial für Stützmauern eignet sich Mineral 0/32, der beim Einbau lagenweise mit dem Vibrationsstampfer verdichtet werden sollte. Die unterste Steinreihe sollte ungefähr zur Hälfte einbinden und mit möglichst starken Steinen gebaut werden. Wichtig ist auch, dass die Ecksteine und die obersten Abschlußsteine nicht zu klein sind. Deshalb ist es ratsam zu Beginn der Mauerarbeiten geeignete Steine für den Mauerabschluss zur Seite zu legen und nicht alle „guten" Steine am Anfang zu „verbraten".

 

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Artenreichtum

 

"Seit wir das machen wird es hier immer artenreicher", freut sich Volker Dühring, der Pflanzenfachmann und 1.Vorstand im Verein. Wildmalven und wilder Majoran, Sichelmöhre und Schafgarbe, Rainfarn und Karthäusernelke, Wildrose und Schwertlilie zählt er als einige Beispiele für Pflanzen auf, die hier wieder zu finden sind. Und nicht zu vergessen: Auch zahlreiche Schmetterlinge und Wildbienenarten fühlen sich auf der Wiese wohl. Vielfältige Aktivitäten - Seit etwa 30 Jahren ist der Naturschutzverein Zaberfeld im oberen Zabergäu aktiv. Die Erneuerung und Reparatur eingestürzter Weinbergsmauern ist dabei nur ein Teil der Arbeit..